Nun mag mancher sagen: Aberglaube, dass machen doch nur die Katholiken, … Beides kann ich nicht glauben! Hier im hohen Norden, jedenfalls in Lübeck, habe ich die Möglichkeit eine Kerze anzuzünden und über sie zu beten. Und dieses tue ich auch, recht häufig.Warum?
Ehrlich? Ich finde schön, es lässt mich besser konzentrieren es ist ein Ritual … und wenn ich tatsächlich mal nicht speziell um etwas bitte, bzw. etwas danke, dann finde ich neben em Vater unser auch dieses Gebet recht passend, obwohl ich da vangelisch den Text für mich etwas umgebastelt habe;
Herr, möge das Licht dieser Kerze für Dein Licht stehen, das mir Erleuchtung schenkt in meiner Not und Hilfe in meinen Entscheidungen.
Möge es für Dein Feuer stehen, das mich reinigt von falschem Stolz, Selbstgefälligkeit und Sünde.
Möge es für Deine Flamme stehen, die mein Herz erwärmt um der Liebe Willen zu meiner Familie, meinen Nachbarn und allen, die mir tagtäglich begegnen.
Mögen durch meine Gebete zu Maria, der Jungfrau und Mutter, Dir all diejenigen anvertraut sein, derer ich hier gedenke.
Möge in der Kerze, die ich hier lasse während ich weiterziehe, ein Teil meiner Selbst bei Dir geborgen sein, o Herr.
Möge Deine Gnade mir helfen mein Gebet fortzusetzen in allem, was ich heute an diesem Tag noch tun werde. Amen.
(aus der Kirche St. Patrick & St. Kilian, Clara-Valley, Irland, aus dem Englischen übersetzt von Josef Metzinger)
Nun gibt es ja bekanntlich im WWW Alles! So auch eine Möglichkeit eine Kerze anzuzünden und in Gedanken und/oder im Gebet an jemand, oder etwas zu denken, zu danken oder …
Natürlich ist es kein Vergleich zu einer realen Kerze in einer realen Kirche, aber wer mag kann ja mal in der Sidebar auf das Bild: Eine Kerze anzünden klicken und virtuell eine Kerze anzünden.
Wieder gefunden habe ich diesen Link übrigens bei: Blog Glaubenssache {kuckst Du hier}



Die Idee der virtuellen Kerze fand ich zunächst albern. Doch als ich sah, welch ernst zu nehmende Zeilen Menschen aus aller Welt dazu schreiben, fing ich an, diesen Einfall und die Art, wie er programmiert ist, zu bewundern.
In katholischen Kirchen sieht man in der Nähe des Hintereinganges oft brennende Kerzen, die man gegen ein wenig Geld, das man in ein Kässchen wirft, erwirbt und sie beim Verlassen der Kirche anzündet, damit das Anliegen, um das man davor in aller Stille oder im Gottesdienst gebetet hat, für andere symbolisch noch eine Weile sichtbar bleibt. Diese sehen dann, dass sie mit ihrem eigenen Gebetsanliegen nicht allein sind, dass auch andere ihre Not im Gebet vor Gott tragen. Dies weckt Solidarität und macht das Herz weiter, ein erster Schritt zum eigenen Trost.
Die virtuelle Kerze mit Text macht solchen Anliegen sogar international sichtbar, verstärkt also internationale Solidarität von Betern in aller Welt.